Die Medien über inside Cologne

Kölner Stadt-Anzeiger 27.04.2011
Per Geisterbahn durch die Innenstadt

Per Geisterbahn durch die Innenstadt

Von Claudia Hauser
Nachts wird die Bimmelbahn zur Geisterbahn: Während sie im Schritttempo durch die Gassen fährt, erzählt Stadtführerin Sybille Fraquelli alte Gespenstergeschichten und gruselige Sagen rund um den Dom und andere alte Gemäuer.
Im Schritt-Tempo per "Geisterbahn" durch der Innenstadt. (Bild: Rakoczy) Ruhelose Seelen, Geistermessen und Tote, die wie Marionetten auf Melaten tanzen: Es existieren viele finstere Geschichten über Köln. Auch wenn die Stadtmitte im Zweiten Weltkrieg fast völlig zerstört wurde und die Stadt eine andere geworden ist – manche Gebäude, in denen es vor Jahrhunderten gespukt haben soll, gibt es noch. Die Stadtführerin Sybille Fraquelli erzählt einige der überlieferten Gespenstergeschichten auf der Stadttour „Die Geisterbahn“, die eigentlich eine Bimmelbahn ist und im Schritttempo durch die Gassen zuckelt.
In der wohl berühmtesten Sage zum Dom geht es um eine Wette zwischen dem ersten Dombaumeister Gerhard und dem Teufel, der ein Aquädukt fertig stellen wollte, bevor der Meister den Dom vollendete. Meister Gerhard war dem Teufel unterlegen und verlor seine Seele an ihn. Als er sich von einem Gerüst stürzte, rief er: „Da es mir nicht vergönnt ist, diesen Dom zu vollenden, so soll es auch niemandem nach mir gelingen!“ Fraquelli fasst zusammen: „Der Teufel ist schuld, dass der Dom eine ewige Baustelle bleibt.“
Um Kölns berühmtestes Gebäude ranken sich viele Geschichten, doch auch die kühlen alten Gemäuer vieler anderer Kirchen scheinen die Fantasie der Menschen beflügelt zu haben. So versammeln sich laut einer Sage immer an Weihnachten die Seelen ertrunkener Rheinschiffer in St. Maria Lyskirchen, um eine Christmette zu feiern. Die Fahrt mit der Bimmel-Geisterbahn führt vorbei an den jeweiligen Orten der Geschichten, am Rheinufer werden die Teilnehmer kurzzeitig abgelenkt vom blinkenden Riesenrad in Deutz und einem Feuerwerk anlässlich des Frühlingsfestes. „Anhalten!“, rufen einige. Doch ein Feuerwerk steht nicht auf dem Fahrplan der Geisterbahn. Statt Böller gibt es eine finstere Mähr zum Bayenturm, wo im 14. Jahrhundert einige Raubritter auf ein Boot verfrachtet und später im Rhein ertränkt wurden. Erst später stellte sich heraus, dass einer der Verurteilten der Sohn des damaligen Bürgermeisters war.
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Express 15.12.2010
Kölner Stadt-Anzeiger 03.02.2011
Rheinreise in die Vergangenheit

Rheinreise in die Vergangenheit

Von Petra Recktenwald
Ein Postschiff legt vor den Toren Kölns an; im Hintergrund sind die Umrisse von Groß St. Martin, Frankenturm und Trankgassentor zu sehen. Alte Gemälde wie William Turners romantische Köln-Hommage dienen Stadtführer Thomas Frank als Vorlage für eine Zeitreise in die Vergangenheit.
Köln - Dicht gedrängt stehen Touristen und Kaufleute auf dem Deck des zweimastigen Postschiffes, während es am Kölner Rheinufer anlegt. Sie staunen. In mildes, gelb-rotes Abendlicht getaucht, erscheint die Hafenstadt fast unwirklich schön. Die Reisenden genießen das beeindruckende Panorama - samt Trankgassentor, Frankenturm und trutzigem Bollwerk vor der Kirche Groß St. Martin, das die Metropole seit dem 17. Jahrhundert zum großen Strom hin vor feindlichen Angriffen schützen soll.
So jedenfalls hat der englische Künstler William Turner die Stadt im Jahr 1826 gemalt, nachdem er hier auf einer seiner vielen Reisen Station gemacht hatte. Heutige Bewohner dürften sie kaum wiedererkennen, so sehr hat sich ihr Gesicht verändert. Bollwerk, Tor und Turm sind längst verschwunden, ebenso jene rührigen Handwerker am Fluss, die Holzbalken und Latten bearbeiten. „Vielleicht, um das Tor mit einer hölzernen Verschalung auszubessern“, wie Stadtführer Thomas Frank vermutet, der Zuhörern eine Zeitreise ins alte Köln anbietet.
Als Einstiegshilfe präsentiert der studierte Kunstgeschichtler während seines City-Rundgangs Kopien historischer Postkarten, Stiche und Gemälde. Turners romantische Köln-Hommage hat er ebenfalls im Gepäck. Und vergleichtanhand dieser zauberhaften Vorlage die Gegenwart mit der Vergangenheit - bei einem Stopp im grünen Rheingarten, der erst während der 1980er Jahre angelegt wurde. „Der große Strom war von jeher Lebensader der Stadt“, sagt der 54-Jährige, „sein Ufer ein Ort harter, täglicher Arbeit“. Geschuftet wurde etwa innerhalb der Hafenzone, die sich vor Groß St. Martin konzentrierte, aber auch am restlichen Gestade. Inzwischen jedoch ist unterhalb der Altstadt ein Ort entstanden, an dem die Großstädter gerne zusammenkommen, um zu entspannen und Feste wie die „Kölner Lichter“ zu feiern.
Oder sie flanieren ungestört am Wasser entlang. Und mit ihnen Tausende von Touristen. Von den Landungsstegen der modernen Rhein-Flotteaus strömen sie in die City und treten damit in die Fußstapfen jener frühen Köln-Besucher, die Turner zu Beginn des 19. Jahrhunderts mit seinem Gemälde verewigte.
Schon damals, in einer Zeit des aufkeimenden Tourismus, waren die geschichtsträchtige Stadt und das romantische Rheintal wegen seiner wilden, unberührten Landschaft, seiner märchenhaften Burgen und des viel besungenen Loreley-Felsens bei der europäischen Hautevolee sehr en vogue. Gerne reiste man per Schiff, statt in einer Postkutsche über katastrophal schlechte Straßen zu rumpeln. Auch Kaufleute gingen an Bord. „Sie nutzten die Post-Schifffahrtslinie zwischen Köln und Mainz“, sagt Frank. Der Zweimaster bot einen beheizbaren Aufenthaltsraum, eine Küche und Schlafkabinen. Schließlich dauerte die „Eilfahrt“ stromabwärts zwei bis drei Tage, umgekehrt sogar drei bis vier Tage.
Allerdings: 1826, als Turner sein Bild malte, schipperten anstelle des von ihm auf die Leinwand gezauberten Segelschiffs schon die ersten - deutlich schnelleren - Dampfer auf dem Strom, etwa zwischen Rotterdam und Köln. „Damals“, so Frank, „eine hochmoderne Neuerung.“ Doch in ihrem Fahrwasser sollte der technische Fortschritt bald endgültig den romantischen Rhein erobern.
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Express 15.12.2010
Express 15.12.2010
Kölner Stadt-Anzeiger 06.01.2009
Wo die Teufelchen verzaubert wurden

Wo die Teufelchen verzaubert wurden

Von Kathrin Gemein
Die Stadtführerin Veronice Mera leitet unter dem Titel „Schrecklich schöne Schauermärchen“ Führungen zu kölschen Geschichten und Sagen mit einem leichten Gruselfaktor für Kinder und Familien. Besonders auf dem Domherren-Friedhof kommen ihre Gruselgeschichten gut an.
Köln - Teufelchen haben etwas mit Vampiren gemein: Sie mögen kein Tageslicht. Und so müssen sie bei Sonnenschein irgendwo Unterschlupf finden. Da liegt in Köln nichts näher, als sich in den Winkeln und Ecken des Doms zu verstecken? „Ihr müsst euch das mal vorstellen: Da hüpfen die ganzen Hilfsteufel durch die Kirche. Und ärgern und erschrecken die Kirchgänger, jonglieren mit den Hostien und klauen dem Erzbischof die Monstranz“, leitet Veronica Mera ihre Geschichte für Kinder ein. Mit anderen Worten: Eine richtige Plage. Und so verzweifelt der Küster und betet inständig zu Gott, er möge ihn doch von diesen Quälgeistern erlösen. Seine Bitte wird erhört - und jedes Teufelchen verwandelt sich in eine Steinfigur. Die sind in Form von Wasserspeiern rund um den Dom zu bewundern. „Also passt auf: Falls ihr Teufelchen seid - im Dom fällt es auf“, bemerkt Veronica Mera grinsend.
Die 35-Jährige leitet unter dem Titel „Schrecklich schöne Schauermärchen“ Führungen zu kölschen Geschichten und Sagen mit einem leichten Gruselfaktor für Kinder und Familien. Die Tour führt erstmal rund um den Dom - mit Halt auf dem Domherren-Friedhof. „Das ist auf meiner Route mein Lieblingsort. Eine wunderbare Oase der Stille - mitten in der trubeligen Innenstadt“, begründet sie. Außerdem gebe es in Köln seit der französischen Besatzung einen Großteil der einst zu den einzelnen Kirchen zugehörigen Friedhöfe nicht mehr. So sei dies ein Relikt des alten Stadtbildes - und zugleich ein Ort, der zum Nachdenken anrege. „Aber mein Ziel ist es ja, Gäste zum Gruseln zubringen. “ So erzählt sie bildhaft und kindgerecht die Sage um den ersten Dombaumeister Gerhard, der unwissentlich einen Pakt mit dem Teufel einging, oder erklärt die Herkunft der so genannten Grinköpfe, die als steinerne Fratzenmasken an vielen Kölner Häuser verzieren. „Bei so einem Wetter sind meine Führungen eigentlich am schönsten“, erzählt Veronica Mera mit Blick auf den Schnee.
Die geborene Kölnerin ist hauptberuflich Ergotherapeutin. Aber durch ihre Grundschullehrerin ist sie schon früh an Sagen und Geschichten ihrer Heimatstadt herangeführt worden und hat nie die Faszination daran verloren. Als sie vor acht Jahren an einer Führung mit Gruselgeschichten teilgenommen hat, bemerkte sie, wie sehr sie „mit Herzblut an der Thematik“ hängt. Bewarb sich und macht seither etwa zwei Führungen im Monat rund um kölsches Erzählgut. „Ich finde die kleinen Geschichten sehr wichtig, um das Wesen des Kölners und der Stadt an sich zu verstehen“, erzählt Mera. Außerdem knüpfe die kölsche Historie an einem bestimmten Punkt wieder an die europäische Geschichte an. So entstehe ein großer Zusammenhang, der sich sonst nicht so schnell erschließe. Was ist denn das typische Wesen der Kölner? „Diese Gewitztheit, in schwierigen Situationen gerissen zu reagieren und sich um das Problem drum herum zu winden. Schließlich ist der Kölner historisch gesehen schon immer ein kleiner Opportunist, der sich nicht offen wehrt. Aber dafür mit viel Humor.“
Der Orient in Ehrenfeld

Der Orient in Ehrenfeld

Von PETRA RECKTENWALD
Markus Thulin stellt die Moschee der bosnischen Kulturgemeinschaft auf dem ehemaligen Gewerbegelände an der Vogelsanger Straße vor. Stadtführerinnen und Stadtführer zeigen ihren Lieblingsort.
Eilige Passanten können sie leicht übersehen, die kleine Moschee auf dem ehemaligen Gewerbegelände an der Vogelsanger Straße. Hohe Mauern verdecken einen Großteil des gelblich-beige getünchten Bauwerks, nur durch die Toreinfahrt lässt sich ein Blick darauf erhaschen. Auch Student Markus Thulin entdeckte das von Ornamenten umrankte Gebetshaus mit den zierlichen weißen Säulen bloß durch Zufall. Und während er sich noch über den Farbtupfer in grauer Umgebung wunderte, tauchte unverhofft der Imam der hier ansässigen bosnisch-islamischen Kulturgemeinschaft auf und lud den fremden Besucher zur Spontan-Führung durch die Anlage ein.
„Das war im Oktober“, erläutert der bekennende evangelische Christ. Nun will er das hübsche islamische Gotteshaus an der Vogelsanger Straße 210, seinen Lieblingsort, auch anderenKölnern nahe bringen - diesmal bei seiner eigenen Führung. Seit kurzem erkundet der 28-Jährige mit interessierten Begleitern den „Orient in Ehrenfeld“, dabei geht es um verschiedene Facetten muslimischen Alltags im Stadtteil. Stationen sind etwa der Kurdische Kulturverein, eine türkische Fast-Food-Kette - und eben die bosnische Moschee.
Hier schließt sich Asad Selimanjin von der islamischen Kulturgemeinschaft „Gazi Husrevbeg. e.V.“ der Gruppe an, um den Teilnehmern Informationen zum Bau und zur Gemeinde zu geben. 35 bosnische Muslim-Gemeinschaften gebe es in Deutschland, erläutert der 29-jährige Pressesprecher, die Mitglieder praktizierten einen europäisch geprägten Islam, der es ihnen ermögliche, ihre religiöse Identität ebenfalls in einem säkularen Staat zu wahren. Deshalb gelten auch die 300 kölschen Bosnier vielen als sehr weltoffen und dialogbereit. In Ehrenfeld schufen sie auf 3370 Quadratmetern ein Zentrum mit mehreren Einrichtungen: neben der Moschee eine Wohnung für den Imam, ein Café, einen Lebensmittelladen und einen Klassenraum für Schüler, die sonntags zum Religionsunterricht kommen. „Den früheren Fabrik-Komplex haben wir 1997 für 1,6 Millionen Mark gekauft“, rechnet der Wirtschaftsingenieur vor, „unseren Bank-Kredit haben wir im Januar abbezahlt. Ein riesiger Kraftakt für eine so kleine Gemeinde.“
Viele Muslime mussten tatkräftig mit anpacken, bis aus derehemaligen Produktionshalle ein repräsentatives Gotteshaus wurde. Und Imam Mustafa Hadzic schnitt aus Styropor filigrane arabische Schriftzeichen zurecht, die - inzwischen lackiert und zu einem Koranvers zusammengefügt - den „Mihrab“ zieren, jene vertiefte Wandnische, vor der sich der Geistliche zum gemeinsamen Gebet mit den Gläubigen aufstellt.
Viele Gäste
Die Gebetsnische ist in Weiß gehalten, wie der größte Teil des Innenraums. „Zum Freitagsgebet kommen jede Woche viele Gäste zu uns. Sie haben Gefallen an unserer Moschee gefunden, weil sie so angenehm schlicht wirkt“, sagt Selimanjin. „Ein ansprechendes Gebäude“, findet ebenfalls Markus Thulin, dessen Vater Pfarrer einer thüringischen Gemeinde ist. Von Hause aus ist der Geschichts-Student deshalb an religiösen Themen interessiert. „Ich biete auch Führungen zum jüdischen Leben in Köln an. Und an der Uni beschäftige ich mich gerade mit der Historie des Islam, speziell mit dem mittelalterlichen Mystiker Ibn Arabi“, sagt er.
Der Stadtspaziergang durch den Ehrenfelder Orient, so hofft er, soll Hemmschwellen zwischen Christen und Muslimen abbauen. Die Bosnier jedenfalls freuen sich immer über Besuch, wie Asad Selimanjin betont: „Samstags und sonntags zum Beispiel, da gibt's in unserem Café Cevapcici und typisch bosnischen Mokka.“
Kölnische Rundschau 02.08.2007
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Kölner Stadt-Anzeiger 17.04.2007
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Kölner Stadt-Anzeiger 10.11.2004
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philtrat - Zeitung der StudentInnenschaft der Philosophischen Fakultät der Uni Köln Nr. 61 - Oktober/November 2004
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Kölner Stadt-Anzeiger 06.08.2004
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Kölner Stadt-Anzeiger 27.07.2004
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